Das Wunder von Halle

DVD KriegsendeHeute fand auf dem Marktplatz an der Marktkirche das Gedenken an das Kriegsende in Halle statt. Unsere Heimatstadt blieb durch das couragierte Handeln der Hallenserinnen und Hallenser vom Bombenhagel verschont. Die Einwohner hissten weiße Tücher an ihren Häusern, statt dem Befehl zu folgen, bis aufs letzte zu kämpfen. In der Zeit verhandelte eine Gruppe Männer mit den Amerikanern hinter der Frontlinie und sorgte gemeinsam mit den Hallensern dafür, dass sich die Stadt ergab und keine weitere Bombardierung statt fand. Auch Felix Graf Luckner gehört zu dieser Gruppe mutiger Männer. Seine Popularität bei den Amerikanern öffnete letztlich die Türen für die Verhandlungen. In vielen deutschen Städten und auch in Amerika werden Straßen und Plätze nach diesem Mann benannt. Nur in Halle wird ihm diese Ehre verweigert. Immerhin ist er Teil der inzwischen jährlichen Zeremonie zum Kriegsende, das auch von der Felix Graf Luckner Gesellschaft mit organisiert wird. Zahlreiche Hallenser kommen zu diesem Anlass, besonders die alten Menschen, die das Kriegsende noch persönlich miterlebt haben. Als bei der heutige Veranstaltung noch einmal die Sirenen tönten, ging das auch mir durch Mark und Bein. Ein Blick in die Gesichter meiner älteren Nachbarn jedoch zeigte, wie sehr diese Sirenen doch alte Erinnerungen hervor brachten und zahlreiche Tränen glänzen in den Augen der Menschen. An Tagen wie diesen wird auch den jüngeren unter uns deutlich, welch großes Glück wir doch in Halle gehabt haben. Unser Dank gilt mutigen Menschen von damals, den vielen Namenlosen mit den weißen Tüchern, aber auch den Männern rund um Felix Graf Luckner. Der Pfarrer sprach davon, wer seine Vergangenheit nicht kennt, setzt seine Zukunft aufs Spiel. Recht hat er!

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