Grundschule Glaucha – eine unendliche Geschichte

Grundschule GlauchaIn Halle werden Kinder geboren. Das ist positiv. Die Stadtverwaltung fand heraus, dass besonders viele Familien rund um die Innenstadt vom Stadion bis zum Zoo Kinder bekommen. Neue Kindergärten werden vorzugsweise in diesem Gebiet genehmigt. Auch in den Grundschulen ist es eng, seit Jahren. Bereits Anfang 2012 beschloss der Stadtrat, das Schulgebäude in Glaucha wieder zu aktivieren und eine Grundschule einzurichten. Eröffnung sollte zum Schuljahr 2013/14 sein. Doch über dem Projekt schwebte eine unerklärliche Pleiten- und Pannenwelle. Zunächst wurde vergessen, Planungskosten im Haushalt einzustellen. Da das Gebäude derzeit nicht Schule genutzt wird, besteht kein Bestandsschutz und es muss zumindest der Brandschutz nachgerüstet und Schimmel bekämpft werden. Als das vom Rat moniert wurde, wurden plötzlich doch Gelder gefunden. Aber geplant wurde nichts. Das Projekt schleppte sich. Dann sollte das Gebäude mit Stark III – Mitteln saniert werden. Das Gebäude stand auf der Liste, der Rat beschloss. Doch aufgrund verpasster weitsichtiger Schulentwicklungsplanung in den letzten 15 Jahren holten andere Probleme die Stadt ein. Es wurden Mittel für ein Förderschulzentrum in Halle Neustadt gebraucht und inzwischen fehlte auch ein weiteres Gymnasium in Halle. So erklärte die Verwaltung den verwunderten Räten, dass eine Sanierung als Grundschule gar nicht effektiv sei, weil das Gebäude viel zu groß sei, auch wenn der Hort mit integriert würde. Der Gegenantrag der Grünen, der von mir leidenschaftlich unterstützt wurde, fand leider keine Mehrheit. Die anderen Räte glaubten der Verwaltung. Inzwischen platzen die Johannes-Grundschule und die Neumarkt-Grundschule aus allen Nähten. Ein Kind an der Neumarktschule wurde angefahren, als es den Weg zum inzwischen aus Platzgründen ausgelagerten Hort zurücklegen wollte. Und dann passierte etwas noch unglaublicheres. Im Bildungsausschuss im März wurde ein Antrag eines Bürgers im Bürgerhaushalt, die Grundschule Glaucha zu sanieren und als Grundschule zu öffnen, als erledigt erklärt. Verwunderung machte sich im Ausschuss breit. Die Verwaltung erklärte den zunehmend verärgerten Stadträten, dass die Beantragung bereits erfolgt und die Aussagen, das Gebäude sei zu groß für eine Grundschule, wurden zurückgenommen. Eröffnung soll voraussichtlich 2017 sein. Was bleibt, ist verlorene Zeit, in der unzählige Kinder unter immer unzumutbareren Bedingungen Schule und Hort besuchen und gefährliche Wege zurücklegen müssen. Es bleibt außerdem ein weiter erschüttertes Vertrauen zur Stadtverwaltung, die scheinbar willkürlich, planlos und verantwortungslos mit der Aufgabe Schulplanung umgeht. Das muss sich dringend ändern!